Sep 9, 2010 | EM Städte
Austragungsort Genf
Genf, zwischen Jura und Alpen und am malerischen Lac Leman gelegen, ist durch Abkommen wie die Genfer Konvention oder durch die hier ansässigen Organisationen, allen voran die UNO und das Internationale Hilfskomitee vom Roten Kreuz, auf der ganzen Welt als Stadt der Diplomatie und als sicherer Hafen für Flüchtlinge aus aller Herren Länder bekannt. Während die Stadt Ende des 18. Jahrhunderts bereits einmal von Frankreich annektiert wurde, ist sie heute Hauptstadt des westlichsten Kantons der Schweiz, dem Kanton Genf. Wer die Stadt besucht, wird schon von weitem die auf dem See emporschießende Wasserfontäne bemerken, das Wahrzeichen der Stadt. Der Jet d'eau, wie er von den Genfern genannt wird, ist dabei eigentlich ein Überbleibsel aus den Zeiten der einsetzenden Mechanisierung und diente als Überdurckventil für eine 1885 in der Stadt installierte Druckwasserleitung, mit der die lokalen Handwerker ihre Maschinen betrieben. Einige Jahre darauf beschloss die Stadt, aus der Notlösung eine feste Einrichtung zu machen, und seither wird das Wasser mithilfe von mehreren Hochleistungspumpen bis zu 140 Meter in die Höhe katapultiert. Abends wird die Wassersäule zudem von Scheinwerfern beleuchtet und verleiht der Uferpromenade so eine einzigartige Athmosphäre.
Eine multikulturelle Stadt
Aufgrund der hohen Zahl an internationalen Organisationen oder multinationalen Gruppen wie Loréal oder Richmont, die in Genf ihren Hauptsitz haben, ist ein großer Teil der hier lebenden Bevölkerung Ausländer, mit einer unglaublichen Vielfalt von rund 180 verschiedenen Nationalitäten. Dieses Zusammentreffen der “ganzen Welt” ist es, was den unverwechselbaren Charme und Charakter Genfs ausmacht. Die Stadt zählt heute rund 185.000 Einwohner und ist damit die zweitgrößte Stadt der Schweiz. Sie gilt als äußerst weltoffen, viele ihrer Bewohner beherrschen mehrere Sprachen.
Sehenswürdigkeiten
Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen die Sitze der großen internationalen Organisationen und Verbände, wie zum Beispiel derjenige der UNO im Palais des Nations . Desweiteren ist Genf für seine kunstvoll angelegten Gärten bekannt, wobei vor allem die Parks La Grange, Mon-Repos und Eaux-Vives erwähnenswert sind. Überhaupt ist Genf eine äußerst grüne Stadt mit hoher Lebensqualität und gilt als eine der am wenigsten unter Umweltverschmutzung leidenden Städte Europas. Über vierzig öffentliche oder privat geführte Museen laden zudem zu einem reichhaltigen kulturellen Ausflug ein, darunter das Internationale Museum der Reformation. Der zu jeder Zeit leicht exklusive und mondäne Touch der Stadt mag auch den Erfolg des Genfer Autosalons begünstigt haben, einer Veranstaltung, die heute zu den wichtigsten Fachmessen in der Automobilbranche gehört. Erstvorstellungen von Prototypen oder in die Geschichte eingehenden Serienmodellen sind ein Markenzeichen des Genfer Autosalons, wobei von Lamborghini über Mercedes bis hin zu Volvo alle wichtigen Marken vertreten sind. Veranstaltet wird der Salon mit einigen Unterbrechungen seit dem Jahre 1905 jeweils im März und lockt über eine halbe Million Besucher an. Eine andere, besonders raffinierte Art der Technik ist in Genf ebenfalls beheimatet: die Uhrenindustrie. Der vielleicht renommierteste Uhrenhersteller der Welt, Rolex, hat hier seinen Hauptfirmensitz, die in ihrer Präzision und Qualität einzigartige Uhrenindustrie entwickelte sich von hier aus in der ganzen Schweiz. Neben den musikalischen und künstlerischen Veranstaltungen, die den Kulturkalender der Stadt das Jahr über bestimmen, wurden in den letzten Jahren vermehrt leerstehende und unter Denkmalschutz gestellte Gebäude als geeignete Wirkungsstätte von Kultur-Projekten entdeckt, darunter L'Usine oder das Maison d'Arts du Grütli.
Stade de Geneve
Das Stade de Geneve, Heimstadion des in der zweiten Schweizer Fussballiga spielenden Klubs Servette Geneve, wurde bereits im Jahre 2003 in enger Zusammenarbeit mit der UEFA fertiggestellt und mit einem Spiel gegen die Berner Young Boys eingeweiht. Es befindet sich in La Praille, etwa 3 Kilometer außerhalb von Genf. Drei Spiele der EURO 2008 werden in dem Stadion stattfinden, das ziemlich genau 30.000 Zuschauer fasst. Die Plätze werden dabei auf 4 Tribünen verteilt, die allesamt überdacht sind. Eine gigantische Übertragungsleinwand ist in dem ästhetisch gelungenen Stadion ebenso vorhanden wie zahlreiche VIP-Logen und ein Pressebereich für bis zu 200 Journalisten. Letztere wird es freuen, dass das gesamte Stadion mit einem WiFi-Internetanschluss vernetzt ist. Das Stadion hat eine eigene Bahnstation, kann aber auch mit dem Bus oder der Straßenbahn von Genf aus problemlos erreicht werden. Der Flughafen befindet sich in wenigen Kilometern Entfernung. Auf dem Gelände des Stadions befindet sich daneben noch ein Hotel mit Event Center und Konferenzräumen. Es bildet das Verbindungsstück zwischen Stadion und dem angrenzenden Einkaufs- und Freizeitzentrum. Dieses beinhaltet neben einer Bowlingbahn und einem Fitnesszentrum auch mehrere Restaurants und Tagungsstätten sowie zahlreiche Läden und Boutiquen, verteilt auf insgesamt 3 Etagen. Der Heimklub des Stadions musste in den letzten Jahren ein paar turbulente Zeiten überstehen, nachdem die dem Verein übergeordnete Aktiengesellschaft Konkurs anmelden musste. Mittlerweile spielt Servette Genf in der zweiten schweizer Liga, der Challenge League. Als Erfolg kann der Klub den 17-maligen Gewinn der Schweizer Meisterschaft für sich verbuchen.

