Austragungsort Innsbruck

Innsbruck, Stadt am Brenner Zwischen dem Karwendelgebirge und den Vorbergen der Alpen, direkt am Brenner, der seit Jahrhunderten sehr wichtigen Verbindung nach Südtirol, liegt Innsbruck. Innsbruck ist mit rund 120.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt Österreichs. Sie entstand, als Graf Berchtold V. im 12. Jahrhundert eine erste Brücke über die Inn bauen ließ. Bis zu diesem Zeitpunkt musste der gesamte Handelsverkehr von und nach Italien per Fähre über den Fluss gebracht werden. Die neu gegründete Siedlung Insprucke gewann durch das Marktrecht, das später verliehene Stadtrecht und die dadurch erworbenen Privilegien an Macht und Reichtum. In neuerer Zeit ist die Stadt vor allem als zweimaliger Austragungsort der olympischen Winterspiele ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit gerückt: nämlich in den Jahren 1964 und 1976.

Neben den olympischen Spielen haben die Innsbrucker Erfahrung mit einer ganzen Reihe von weiteren Veranstaltungen: so beispielsweise dem weltgrößten Snowboard-Wettbewerb, dem Air & Style Contest, der im Bergiselstadion stattfindet. Daneben war Innsbruck ebenfalls Austragungsort der Eishockey-Weltmeisterschaft. Bei Touristen ist Innsbruck vor allem aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zu den Bergen beliebt. Zudem ermöglichen zahlreiche Sportstätten und historische Bauten einen abwechslungsreichen Aufenthalt. Viele der heutigen Sehenswürdigkeiten entstanden zu einer Zeit, als Innsbruck Residenzstadt der regierenden Fürsten war. So ließ beispielsweise Herzog Friedrich IV. den Hofgarten bauen. Später entstanden die Hofburg, das Goldene Dachl - die vielleicht berühmteste Attraktion Innsbrucks - sowie die Ottoburg. All diese Bauwerke nahmen in den verschiedenen Kriegen erstaunlich wenig Schaden. Nur durch den Zweiten Weltkrieg und die damit verbundene Bombardierung durch die Alliierten gab es in manchen Teilen der Stadt nennenswerte Zerstörung. Weitere interessante historische Bauten sind das alte Zeughaus aus dem Jahre um 1500, das in der damaligen Zeit eines der umfangreichsten und wichtigsten Waffenlager gewesen ist, und die Hofkirche mit dem Grabmal Kaiser Maximilians I.

Anreisenden Besuchern wird vielleicht auch der in Innsbruck gesprochene Dialekt auffallen, der in Tirol eine besonderheit darstellt. Die Innsbrucker sprechen mittlerweile eine Mundart, die sich von dem allgemein bekannten Tiroler Dialekt in vielen Bereichen unterscheidet. Die Entwicklung der Sprache fand hier eine eigene Richtung. Das mag daran liegen, dass sich die Innsbrucker Bevölkerung in ihrer Lebensweise nicht nur an der herkömmlichen Alpenkultur orientiert, sondern auch sehr stark am Großstadtleben der benachbarten deutschsprachigen Räume: beispielsweise Bayern oder die Schweiz. Dieser Mix aus Tradition und Moderne zeichnet das heutige Innsbruck aus und verleiht ihm seinen unverwechselbaren Charakter.

Eine gute Verkehrsanbindung, ganz wichtig für die anstehende EURO 2008, ist in Innsbruck ebenfalls gegeben: die Stadt ist durch ihren internationalen Flughafen bei Kranebitten leicht zu erreichen. Regelmäßig verbinden Linienflüge die Stadt mit wichtigen europäischen Metropolen wie London, Nizza oder Berlin. Die Auto- und Eisenbahnstrecke über den Brenner verbindet die Stadt direkt mit den nördlichen und südlichen Nachbarn und ermöglicht einen schnellen und flexiblen Transport von Personen und Gütern.

Das Stadion Tivoli NEU
Die Gruppenspiele der EURO 2008, welche in Innsbruck stattfinden, werden im Stadion Tivoli Neu ausgetragen. Das im Süden der Stadt und inmitten der Kulisse der Tiroler Berge gelegene Stadion wurde im Jahre 2000 neu gebaut und das in einer rekordverdächtigen Bauzeit von nur 18 Monaten. Das für europäische Verhältnisse eher bescheidene Fassungsvermögen von gerade einmal 15.000 Zuschauern wird für die EURO 2008 erweitert und auf 30.000 Plätze verdoppelt. Das multifunktionale Stadion umfasst verschiedene Sport- und Freizeitbereiche: neben dem Fussballfeld gibt es zwei Trainigsfelder, einen Bereich für Beach-Volleyball, Streetball und Baseball. Ebenso taugt das Stadion in einem beschränkten Rahmen für Leichtathletik und sogar Basketball. Angepasst an die bergige Gegend, findet sich im Inneren des Stadions auch eine Sportkletterhalle mit einer Grundfläche von rund 440 Quadratmetern sowie eine auf Sportmedizin spezialisierte Einrichtung. Andere mögliche Events im Stadion sind Großveranstaltungen und Vorführungen. In den über 10.000 Quadratmeter großen Arkaden finden sich Fitnessklubs, Sportgeschäfte und Restaurants. Auch ein Wettbüro und Geschäfts- sowie Büroräume sind voranden. Aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zur Stadt und dem nur wenige Kilometer entfernten Flughafen ist das Stadion Tivoli Neu problemlos zu erreichen.

Beheimatet in dem Stadion war der FC Tirol Innsbruck, der aufgrund finanzieller Probleme und Missmanagement im Jahre 2002 den Konkurs anmelden musste. Der Verein entstand im Jahre 1993 aus der Profiabteilung des FC Wacker Innsbruck und konnte gleich im Jahr seiner Gründung aufgrund der Lizenzübernahme in der ersten österreichischen Liga, der Bundesliga, spielen. Klaus Mair, der das Präsidentenamt übernommen hatte, holte den bekannten Jungtrainer Hans Krankl nach Innsbruck und investierte riesige Summen in das Spieleraufgebot. Nach der Verhaftung Mairs wegen Veruntreuung, dem Einstieg eines neuen Sponsors und der Berufung von Kurt Jara als Trainer feierte der Verein in den Jahren 2000 sowie 2001 die ersten Meistertitel. Unter dem heutigen deutschen Nationaltrainer Joachim Löw folgte noch ein weiterer Meistererfolg in der Saison 2001/02. Der Schuldenberg des Vereins war mittlerweile allerdings untilgbar hoch geworden: Es folgten der Lizenzentzug und die Auflösung des Vereins.

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