Sep 9, 2010 | EM Städte
Austragungsort Klagenfurt
Klagenfurt am Wörthersee Klagenfurt, an den Ufern des Wörthersees gelegen, ist die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Kärnten. Die Gründung der Stadt geht nicht auf historische Fakten, sondern auf eine Sage zurück. In ihr spielt ein Lindwurm eine Rolle, der einst die Menschen der Gegend terrorisiert haben soll. Die Gründungssage berichtet davon, dass in dem sumpfigen Gebiet nahe des Wörthersees einst ein Drache hauste, der die Jungfrauen der umliegenden Ortschaften zu verspeisen pflegte. Um diesem Untier den Garaus zu machen, mussten die Bewohner der Siedlungen zu einer List greifen: ein Turm wurde erbaut, aus dessen oberem Fenster eine schwere Kette gehängt wurde. An deren Ende war ein Haken befestigt. An diesen Haken hängte man als Köder für den Drachen einen toten Ochsen. Als der Drache aus dem Sumpf kam, um sich sein Fressen zu holen, verfing er sich in der Kette, worauf die versammelten Männer der Gegend das Unvieh überwältigen und zur Strecke bringen konnten. Festgehalten wird diese Sage auch im Kärntner Stadtwappen, symbolisiert durch den Turm im Hintergrund und den grünen Lindwurm. Der Name der Stadt selber geht auf eine ähnlich malerische Geschichte zurück: das heutige Stadtgebiet war zum Zeitpunkt der ersten Siedlung weitestgehend sumpfiges, von Schilfgürteln durchzogenes Land. Es flößte den Menschen aufgrund seiner Unzugänglichkeit eine gewisse abergläubische Furcht ein. Auf ihren abendlichen Nachhausewegen von den Feldern berichteten sie von grausigen Schreien und Wehklagen im dichten Nebel, ihrer Meinung nach das Lamento der im Sumpf Verirrten und Gestorbenen. Daher der Name der Siedlung, die an einer Furt errichtet wurde, an der jene mysteriösen Stimmen angeblich zu hören waren.
Nicht viel erinnert im modernen Klagenfurt, das sich seit 2007 offiziell Klagenfurt am Wörthersee nennt, an diese mittelalterlichen Überlieferungen. Die mit rund 90.000 Einwohnern sechstgrößte Stadt Österreichs breitet sich auf einer Fläche von rund 120 Quadratkilometern aus und ist in 15 Bezirke aufgeteilt. Ein Großteil der Bevölkerung bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben. Die Stadt ist wichtigster wirtschaftlicher Standort des Bundeslandes Kärnten. Sie bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die alle eng mit der Vergangenheit der Stadt verknüpft sind: Da wäre etwa der Benediktinerplatz, ein seit althersher als Markt- und Handelsplatz für alle Sorten von Lebensmitteln genutzter Ort. Hier kann man das Klagenfurter Marktrichterschwert besichtigen, ein Symbol für aus dem 18. Jahrhundert, das an die Marktfreiheit sowie an das Marktrecht erinnert. Der Tagesmarkt, der regelmäßig auf dem Benediktinerplatz stattfindet, ist ein interessantes Spektakel mit einer Menge Lokalkolorit. In Klagenfurt findet man in den Boden eingelassene Mosaike der zahlreichen Partnerstädte: so beispielsweise das Stadtwappen Wiesbadens, mit dem Klagenfurt in der ältesten Städtepartnerschaft überhaupt verbunden ist.
Anstelle der Stadtmauern, die von den abziehenden französischen Truppen gesprengt wurden, errichtete man eine Anzahl Parks, die dem Stadtkern heute ein grünes und naturnahes Bild verleihen. Die Parks sind oft nach berühmten deutschensprachigen Dichtern und Musikern benannt: so der Schillerpark oder der Schubertpark. Der Europapark, eine der größten Parkanlagen Österreichs, befindet sich nahe des Wörthersees und soll die Weltoffenheit Klagenfurts symbolisieren. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Planetarium, der Christkindlmarkt, der jährlich zu Weihnachten stattfindet und zahlreiche internationale Besucher anlockt, oder der Minimundus, ein Miniaturenpark.
Die Hypo Group Arena, ehemals Wörtherseestadion
Das alte Stadion wurde 1960 erbaut und fasste rund 10.000 Zuschauer. Im Laufe der Jahre wurde die Kapazität auf rund 12.500 erweitert. Für die EURO 2008 wird es kurzfristig bis zu 30.000 Fussballfans Platz bieten. Der bereits im Jahre 2006 begonnene Umbau orientiert sich am Schweizer St.-Jakob-Park Stadion in Basel und wandelt die Hypo Group Arena in ein multifunktionales Stadion mit erweitertem Unterhaltungsangebot. Die Kosten von rund 66.5 Millionen Euro werden zwischen Bund, dem Land Kärnten sowie der Stadt Klagenfurt aufgeteilt. Die Einweihung des Stadions wird nach Fertigstellung der Arbeiten mit einem Freundschaftsspiel gegen Japan begangen. Ebenso wie in Salzburg soll das Stadion, in dem drei Vorrundenspiele der EURO 2008 stattfinden, nach dem Turnier wieder zurückgebaut werden; die abgebauten Tribünen werden in anderen Stadien des Landes verwendet. Im Juni 2007 übernahm die Hypo Group Alpe Adria das Sponsoring des Stadions für zehn Jahre und sicherte sich somit die Rechte am Namen, der auf Hypo Group Arena abgeändert wurde.
Beheimatet in dem Stadion ist der FC Kärnten. Er spielt zurzeit in der Ersten Liga, der zweiten österreichischen Spielklasse. Der aus verschiedenen Vereinen hervorgegangene und auch unter dem Namen SK Austria Klagenfurt bekannte Club spielte streckenweise in der obersten Liga, so in den Jahren 1966 bis 1970 und 1973 bis 1975. Dank des Sportmäzenen Adolf Funder konnten zeitweise auch Spieler von Weltformat wie etwa Lothar Emmerich oder Franz Hasil nach Kärnten geholt werden. Bestes bisheriges Ergebnis des FC Kärnten ist ein fünfter Platz in der Bundesligasaison 2002. Im Jahr 2001 errang man den Pokalsieg gegen den damaligen Meister FC Tirol Innsbruck und gewann den Supercup. Diese Jahre gelten als absoluter Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Der Erfolg konnte im Jahr 2003 beinahe wiederholt werden, als der Verein nur knapp an seinem Wiener Rivalen scheiterte.

