Austragungsort Wien

Wien, die internationale Kulturstadt Wien war und ist eines der kulturellen Zentren Europas. Zur Zeit der Habsburger, die über mehrere Jahrhunderte hinweg die Stadt dominierten, erlebte Wien den Aufstieg zu einer Kulturstadt ersten Ranges. Wien wird bis heute in einem Atemzug mit Weltstädten wie London, Paris oder New York genannt. Diese vier Städte waren auch die ersten weltweit, die eine Bevölkerung von über 2 Millionen Menschen verzeichnen konnten. Genauso wie andere Gegenden Österreichs wurde der Boden, auf dem das heutige Wien steht, schon früh besiedelt. Erste archäologische Spuren können bereits aus der Altsteinzeit nachgewiesen werden. Die historische Geschichtsschreibung beginnt allerdings erst im 13. Jahrhundert mit der offiziellen Chronik des Stadtschreibers Jans dem Enikel. Ebenso wie andere wichtige Städte erhielt Wien recht früh das Stadt- und Stapelrecht, was seinen wirtschaftlichen und politischen Aufstieg ermöglichte. Eine sehr bekannte historische Begebenheit ist die Belagerung Wiens durch die Türken, die im 16. sowie im 17. Jahrhundert erfolglos verlief. Nach diesen militärischen Konfrontationen erlebte die Stadt einen Aufschwung. Die städtische Kanalisation wurde gebaut, eine Straßenreinigung etabliert. Die Wiener Klassik entstand und brachte Musiker wie Mozart, Schubert oder Haydn hervore. Ebenfalls weltbekannt ist der Wiener Kongress unter Napolen aus dem Jahre 1814/15. Er regelte die politischen Verhältnisse in Europa neu. Eine zweite künstlerische und geisteswissenschaftliche Blütezeit erlebte die Stadt mit der Gründung der Künstlervereinigung Secession, die Wien zu einem Zentrum des damals prägenden Jugendstils machte. Zur gleichen Zeit entwickelte Freud seine Psychoanalyse. Einen starken Einschnitt fand die weltoffene und freigeistige Entwicklung Wiens durch den Einmarsch der Nationalsozialisten im Jahre 1938. Nach den Kriegsjahren wurde Wien zusehends eine Stadt wichtiger internationaler Kongresse und politischer Gipfeltreffen. Diese Entwicklung wurde auch durch die Nähe der Stadt zum damaligen Ostblock begünstigt.

Die heutige Attraktivität Wiens für Touristen liegt vor allem im barocken Straßenbild sowie in ihrem Ruf als Musik- und Künstlerstadt, Sehenswürdigkeiten wie das Schloss Schönbrunn ziehen jedes Jahr bis zu 6,7 Millionen Besucher an! Zusammen mit der Wiener Altstadt ist das Schloss zudem Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Weitere besuchenswerte Orte und Bauwerke in verschiedensten Baustilen sind zahlreich. Oftmals entstanden diese Baustile in Wien oder wurden hier entscheidend geprägt. In den letzten 25 Jahren hat sich in der Stadt außerdem eine sehr aktive Kneipen-, Kabarett- und Kunstszene etabliert, die der Innenstadt ein besonderes Flair verleiht. Weltbekannt ist auch der Wiener Prater, die größte Parkanlage Wiens, die so mancher Filmproduktion als Kulisse diente. Ein weiteres Merkmal der Stadt ist ihr hoher Anteil an Grünfläche im Vergleich zur bebauten Stadtfläche: Fast die Hälfte des Stadtgebietes besteht aus Gärten, Parks und landwirtschaftlicher Nutzfläche.

Ernst-Happel-Stadion
Das Ernst-Happel-Stadion wurde einst Praterstadion genannt und ist nicht nur die größte Sportanlage Österreichs, sonders auch eines der in Europa seltenen Fünfsternestadien. Ein Fünfsternestadion zeichnet sich laut Angaben des europäischen Fussballverbands UEFA beispielsweise durch eine Mindestkapazität von 50.000 Zuschauern (das Ernst-Happel-Stadion bildet hier eine Ausnahme), eine bestimmte Größe des Spielfeldes oder erstklassige Umkleideräume für Spieler und Schiedsrichter aus. Eine Auszeichnung mit fünf Sternen ist Voraussetzung, um Austragungsort für ein Champions League-Finale zu werden. Das Ernst-Happel-Stadion, benannt nach dem österreichischen Spieler und Trainer Ernst Hapel, hat 49.825 Sitzplätze und ist Austragungsort für Spiele der österreichischen Fussballnationalmannschaft. Darüber hinaus werden sieben Gruppenspiele und das Finale der EURO 2008 hier ausgetragen. Die Geschichte des Stadions reicht bis ins Jahr 1929 zurück, als mit dem Bau eines der modernsten und größten Stadien Europas begonnen wurde. Ende der 50er Jahre wurde die Besucherkapazität zeitweilig auf über 90.000 ausgebaut, die Umbauten wurden jedoch später wieder rückgängig gemacht. Das Stadion hat durch einen Umbau für die EURO 2008, dessen Kosten rund 40 Millionen Euro betrugen, eine Rasenheizung erhalten und soll in naher Zukunft auch an die U-Bahn angeschlossen werden. Anders als die meisten europäischen Stadien liegt es nicht außerhalb der Stadt, sondern relativ nahe des Zentrums. Weitere, zum Teil recht aufwändige Umbauarbeiten realisieren die von der UEFA verordnete Sicherheitszone ums Stadion sowie die für die Schlusszeremonie benötigten Räumlichkeiten. Nach Ende des Turniers werden manche Ausbauten wieder rückgängig gemacht, um zum Beispiel die Nutzung der Laufbahn weiter zu gewährleisten.

Das Ernst-Happel-Stadion hat keine Heimmannschaft: es ist die exklusive Heimstätte der österreichischen Fussballnationalmannschaft. Die beiden Wiener Stadtklubs SK Rapid Wien und Austria Wien tragen ihre Heimspiele in jeweils eigenen Stadien aus. Ausnahme bilden lediglich Champions League- oder UEFA Cup-Spiele dieser Klubs, die aus Kapazitätsgründen bisweilen in dem größten Wiener Stadion, dem Ernst-Happel-Stadion stattfinden: so etwa die Champions League-Finale der Jahre 1964, 1987, 1990 und 1995.

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