Sep 10, 2010 | Matchberichte
Deutschland – Weißrussland 2:2 (2:0)
Vor gut 47.000 Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern konnte der EM-Mitfavorit nur in der ersten halben Stunde überzeugen. In der zweiten Halbzeit machten sich einerseits die zahlreichen Wechsel bemerkbar, andererseits steckte der DFB-Elf wohl noch das Trainingslager auf Mallorca in den Knochen.Das erste Spiel einer deutschen A-Nationalmannschaft gegen Weißrussland, das von Bernd Stange trainiert wird, begann zunächst wie erwartet. Deutschland schnürte den Gegner in dessen Hälfte ein und erspielte sich einige Chancen. Viele Angriffe liefen über die rechte Seite, wo sich David Odonkor mehrfach gut in Szene setzen konnte. Allerdings machte es ihm die Abwehr der Weißrussen auch nicht allzu schwer. Die Weißrussen fielen in der Anfangsphase nur durch ihre bisweilen sehr rustikale Gangart auf.
Bereits nach 10 Minuten dann die deutsche Führung. Lukas Podolski spielte Miroslav Klose in zentraler Position frei, dieser hatte dann keine Mühe den Schlussmann der Weißrussen zu umspielen und das Leder zum 1:0 über die Linie zu spielen. Allerdings stand Klose beim Pass von Podolski hauchdünn im Abseits. In der 20. Minute war es dann einmal mehr Odonkor, der über die rechte Angriffsseite durchkam und nahezu ungehindert flanken konnte. Die eher harmlose Flanke wurde schließlich von Korytko per Eigentor ins Tor gelenkt. Das Spiel schien einen standesgemäßen Verlauf zu nehmen. Doch ab sofort war auch von Deutschland immer weniger zu sehen, so dass das Niveau des Spiels mit zunehmender Spielzeit deutlich sank. Auf Seiten der Weißrussen konnten lediglich die Hleb-Brüder sowie der zweifache Torschütze Bulyga auf sich aufmerksam machen.
Nach dem Seitenwechsel gab Bundestrainer einigen Wackelkandidaten die Chance sich für ein EM-Ticket zu empfehlen. Diese Chance wusste jedoch keiner der Spieler zu nutzen, die noch um ihren Platz im EM-Kader fürchten müssen. Die offensichtlichen Schwächen in der deutschen Abwehr, insbesondere in der Innenverteidigung, wusste schließlich der bereits angesprochene Bulyga für sich zu nutzen und konnte seinem Team mit zwei sehenswerten Treffern (61. und 88. Minute) das Remis retten. Auch Jens Lehmann, um den es aufgrund seiner Reservistenrolle beim FC Arsenal zuletzt immer wieder Diskussionen gab, zeigte sich nicht immer sicher.
Bundestrainer Jogi Löw versuchte die schwache Leistung mit dem harten Trainingsprogramm der vergangenen Tage zu entschuldigen. Löw ließ sich unmittelbar nach dem Spiel keine Aussage darüber entlocken, welche drei Spieler bis zum Meldeschluss noch aus dem EM-Kader gestrichen werden sollen. „Es war von vorne herein klar, dass es für den ein oder anderen Spieler noch eine Enttäuschung geben würde“, meinte er auf entsprechende Nachfrage nur.
Aufstellung Deutschland: Lehmann – Lahm, Mertesacker, Metzelder, Hitzlsperger, Ballack (ab 46. Minute Jones), Frings (ab 67. Trochowski), Odonkor (ab 79. Fritz), Schweinsteiger (ab 46. Marin), Klose (ab 54. Neuville), Podolski (ab 54. Helmes)

