Die bekannteste Persönlichkeit der russischen Nationalmannschaft ist vielleicht ihr Trainer: Guus Hiddink, einst Trainer so bekannter Vereine wie PSV Eindhoven, Real Madrid und Fenerbaçe Istanbul, später Nationaltrainer der Niederlande, Südkoreas und Australiens. Die Südkoreaner führte er im Jahr 2002 bei der WM — wie vier Jahre zuvor die Niederländer — auf Platz 4. Australien, nicht unbedingt als große Fußballnation bekannt, kam unter seiner Führung unter die ersten Acht bei der WM 2006 in Deutschland. Hiddink hat die russische Nationalmannschaft stark verjüngt; es scheint, als wolle er eine völlig neue Basis für Erfolg schaffen. Zu den Spielern des Teams gehört unter anderem Alexander Anatoljewitsch Kerschakow, 2004 Torschützenkönig der russischen Premjer-Liga und mit dem FC Sevilla UEFA-Cup-Gewinner 2007.
Russland hatte Schwierigkeiten, sich die Teilnahme an der EM 2008 zu sichern. Nach einer 2:1 Niederlage gegen Israel schöpfte England Hoffnung, den Russen die EM-Teilnahme streitig machen zu können. Aber es kam anders: Ein 3:2 Erfolg der Kroaten im Spiel gegen England sicherte den Russen — die gleichzeitig nicht unbedingt glänzten bei ihrem 1:0 Sieg gegen Andorra — den Einzug ins Turnier der besten 16 Mannschaften. Russland wurde durch den Sieg der Kroaten Zweiter der Gruppe E hinter Kroatien und vor England. England war draußen. Aus Sicht der Russen: Glück gehabt! Hiddink selbst war überrascht von der Qualifikation. Die Fußballwelt für die Russen ist bedeutend schwieriger geworden als damals zu Zeiten der Sowjetunion, als es einmal zur Europameisterschaft und zweimal zur Vizemeisterschaft reichte. Es bleibt daher abzuwarten, ob der Wundertrainer Hiddink ein neues Wunder zu vollbringen vermag.