Sep 10, 2010 | EM Städte
Austragungsort Basel
Basel dürfte eine der ältesten urkundlich erwähnten Städte sein – bereits im 4. Jahrhundert n.Chr. wurde eine Siedlung namens “Basilia” an den Ufern des Rheins erwähnt. Dieser Außenposten des Römischen Reiches sollte dazu dienen, einfallende Germanen aus dem Norden abzuhalten. In späteren Jahrhunderten wurde Basel immer wieder verschiedenen Machtbereichen zugeschrieben, bis es im Jahre 1501 der Eidgenossenschaft beitrat. Die Stadt liegt direkt am Ufer des Rheins, der von zahlreichen Brücken überspannt wird. Frankreich und Deutschland sind im wahrsten Sinne des Wortes gleich nebenan, und der dadurch entstehende kulturelle Einfluss vermischt sich seit jeher mit dem Basler Geistes- und Kulturleben und verleiht diesem eine ganz eigene Lebendigkeit.
Wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung
Die unglaubliche Vielfalt an kultureller, wirtschaftlicher und historischer Bedeutung ist es, was Basel auszeichnet. Die Stadt ist nicht nur wichtiger Rheinhafen und beschert der Schweiz etwa 15 Prozent ihres jährlichen Exports, sondern auch ein europaweit bekannter Standort pharmazeutischer und chemischer Unternehmen. Und fängt man an, etwas in der Vergangenheit zu forschen, so bemerkt man schnell, dass Basel bei Kulturschaffenden aller Epochen sehr beliebt war. Vom Renaissancemaler Albrecht Dürer bis hin zum großen Denker Friedrich Nietzsche hielten sich zahlreiche historische Persönlichkeiten in der Stadt auf. Das innere Stadtbild zeichnet sich durch seine gut erhaltenen Altbauten aus und versprüht teilweise einen mittelalterlichen Charme, Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das durch seine rote Farbe auffallende Rathaus oder das Spalentor, ein Überrest der im 19. Jahrhundert geschleiften Stadtmauer. Die Gastronomie Basels hat eine lange Geschichte, und der Besucher kann sich auf die zahlreichen kleinen Kneipen und für ihre Küche und Ambiance bekannten Restaurants wie das Gifthüttli freuen. Im vornehmen Hotel Les Trois Rois, einem der ältesten Hotels Europas, kann man die Basler Gastfreundschaft genießen und sich den früheren Gästen nahefühlen, die hier einst ebenfalls abstiegen: Goethe, Picasso, Thomas Mann und viele mehr. Selbst Casanova erwähnt das traditionsreiche Haus in seinen Memoiren! Eine weitere Einrichtung, die in der Stadt seit jeher für eine Menge Bewegung sorgt, ist die Basler Universität von 1460, an der über 10.000 Studenten in zahlreichen Fakultäten eingeschrieben sind. An dieser Universität lehrte unter anderem bereits Friedrich Nietzsche, der als einer der jüngsten Dozenten überhaupt berufen worden war.
Musik, Film und Schauspiel
Auch kulturell hat Basel so einiges zu bieten: die Stadt gilt als Musik- und Theaterstadt schlechthin. Ein breites Angebot an Konzerten lässt dem Besucher die freie Wahl, viele kleine und größere Kinos zeigen ihre Filme, oft im Originalton und mit Untertiteln versehen, was vermutlich auf den Einfluss des nahen Frankreichs zurückzuführen ist. Das riesige Multiplex-Kino mit seinen acht Sälen und rund 2300 Sitzen bietet in der Basler Innenstadt verschiedenste Filme in seinem abwechslungsreichen Programm an. Museen gibt es ebenfalls in großer Zahl, rund 30 sind in den Stadtführern vermerkt, eine der wichtigsten Kunstmessen, die Art Basel, findet ebenfalls hier statt.
Anstelle des alten Joggeli, wie das ehemalige Basler Fussballstadion von den Bewohner liebevoll genannt wurde, wurde in den Jahren 1999 bis 2001 eine neue, moderne und multifunktionale Sport- und Veranstaltungsstätte errichtet, der St. Jakob-Park. Das neue Stadion ist das größte seiner Art in der Schweiz und daher der Stolz der Basler, nicht zuletzt auch, weil es eines von lediglich zwei Viersterne-Stadien im Land ist. Die Tribünen wurden seit der Neueröffnung bereits mehrmals umgebaut und erweitert, wodurch auch die maximale Besucherkapazität von ursprünglich rund 31.000 auf zuletzt 38.000 erhöht wurde. Für die EURO 2008 soll diese Zahl noch einmal auf über 40.000 steigen, indem der Abstand zwischen den Sitzplätzen verringert wird. Ein besonderes Merkmal des Stadioninneren ist die fehlende Werbebande zwischen Zuschauerrängen und Spielfeld, lediglich ein etwa ein Meter hoher Zaun soll etwaige Fanmassen zurückhalten. Wie die anderen multifunktionalen Sportstätten der Schweiz auch verfügt der St. Jakob-Park neben dem Stadion noch über ein Einkaufszentrum, Bürogebäude, Restaurants, Cafés, ein Fitnesszentrum und sogar ein Altersheim. Direkt am Stadion existiert eine S-Bahn-Station, durch die es mit der etwa 3 Kilometer entfernten Basler Innenstadt verbunden ist. Heimklub des Stadions ist der FC Basel, der in den sechziger und siebziger Jahren bereits zahlreiche Meistertitel gewinnen konnte, bevor er in der Folgezeit sportlich etwas ins Abseits geriet. Doch mit dem neu eröffneten Stadion kam auch der Erfolg zurück, zusammen mit der Mäzenin und Roche-Erbin Gisela Oeri. Seither kann der FCB, wie er kurz genannt wird, auf beeindruckende Erfolge zurückblicken: er erreichte als erster Schweizer Verein nicht nur das Finale des UI Cups, sondern auch die Champions League, was den Klub wieder auf die internationale Bühne brachte. In der Saison 2003/2004 schaffte der Klub die unglaubliche Leistung, in 36 Ligaspielen nur 3 Niederlagen zu kassieren, so dass die Mannschaft bereits 4 Runden vor Saisonende als Meister feststand. Zuletzt musste sich der FC Basel nur dem FC Zürich geschlagen geben und erreichte im UEFA-Cup das Viertelfinale, wo er gegen den FC Middlesbrough ausschied.

