Sep 9, 2010 | EM Städte
Austragungsort Bern
Bern, altehrwürdige Hauptstadt Am bekanntesten ist Bern für seine Altstadt, die in einer Schleife des Flusses Aare erbaut wurde. In kaum einer anderen schweizer Stadt hat sich der mittelalterliche Charakter der Straßen und Häuser so sehr erhalten wie hier. Prägend für das Stadtbild sind dabei unter anderem die Arkaden, welche die Fussgängerwege überspannen, die an vielen kleinen und größeren Plätzen vorhandenen Brunnen mit ihren mittelalterlichen Figuren und die grünen Trams, die den Großteil der öffentlichen Verkehrsmittel in der Altstadt ausmachen.
Namenskunde und Geschichte
Der Name der Stadt geht der Sage nach auf einen Bären zurück, den der Gründungsvater der Stadt, Herzog Berchtold V. von Zähringen, auf der Landzunge gefangen haben soll, auf der später die erste Siedlung entstand. Ob wahr oder nicht, der Bär ist jedenfalls bis heute das Wahrzeichen der Stadt, was sich im Stadtwappen ebenso zeigt wie im weltbekannten Bärengraben, jenseits der Aare und etwas außerhalb der Altstadt gelegen. Die günstige Lage der Stadt – auf drei Seiten von einem Fluss geschützt – ermöglichte ihr auch in gefährlicheren Zeiten wie beispielsweise dem Dreissigjährigen Krieg ein kontinuierliches Wachstum, so dass der Wachturm, der die Westgrenze der Stadt bildete, mehrmals versetzt werden musste. Der erste dieser Türme, der Zytgloggeturm, steht heute mitten in der Altstadt und bildet eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten. An seiner Fassade vollführen in einem Glockenspiel mehrere Figuren jeweils zur vollen Stunde einen von einer unsichtbaren Mechanik gesteuerten Tanz, ein wahres technisches Freudenspiel für die damalige Zeit und auch heute noch ein beliebtes Fotomotiv.
Bilder Berns
Die Altstadt ist fast komplett in Sandstein gebaut worden, nachdem ein Großfeuer im Jahre 1405 die zunächst aus Holz erbaute Stadt fast komplett zerstört hatte. Das damalige Stadtbild ist in seinem Kern bis heute praktisch unverändert geblieben. Zu den eindrucksvollsten Bauwerken der Stadt gehören sicherlich das Berner Münster oder auch das Bundeshaus, von dessen Gartenanlage aus man einen wunderbaren Überblick über die Aare und die auf der anderen Flussseite liegenden Ansiedlungen hat. Zahlreiche Kirchen, Denkmäler und mehrere Schlösser warten in den verwinkelten Straßen und im direkten Umland der Stadt auf den erkundungsfreudigen Besucher. Versteckt unter den schattigen Arkaden findet sich auch so manche urige Kneipe, so manches ausgezeichnetes Restaurant, desweiteren ist die Stadt für ihre in Schokolade gefertigten Leckereien bekannt, die überall in familiär geführten Konditoreien angeboten werden. Hier war es auch, wo eines der bekanntesten Schokoladenerzeugnisse der Schweiz, die Toblerone, seinen Siegeszug um die ganze Welt begann.
Musik und Mundart
Die Musikszene der Stadt dürfte eine der lebendigsten in der Schweiz sein, zahlreiche Berner Bands wie Polo Hofer, Stiller Haas, Züri West oder Patent Ochsner brachten es zu schweizweitem Ruhm und sind sogar in Teilen Süddeutschlands und Österreichs bekannt. Zum urtümlichen Aussehen der Stadt passt die hiesige Mundart, das Berndeutsche, dass sich vor allem durch seine gemächliche und in die Länge gezogene Aussprache der Wörter von den schneller gesprochenen Dialekten anderer schweizer Städte unterscheidet. Überhaupt sind Gutmütigkeit und Freundlichkeit zwei besondere Merkmale der Berner, deren Altstadt mittlerweile zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.
Das Stade de Suisse Wankdorf
Das alte Wankdorfstadion war berühmt-berüchtigt für seine hölzernen und unüberdachten Sitzbänke, die in Zeiten gehobener Sicherheitsanforderungen ein beinahe romantisches Relikt darstellten. Das Stadion war 1954 die Austragungsstätte für das WM-Finale zwischen Deutschland und Ungarn, das als “Wunder von Bern” in die Geschichte des deutschen Fußballs eingegangen ist. Fritz Walter und Gyula Grosics, zwei Schlüsselfiguren in dem legendären Finale, waren bei dem letzten Spiel im alten Stadion zugegen, bevor es im Jahre 2001 abgerissen wurde. Die Kapazität der Sportstätte von früher rund 60'000 Zuschauern war aus Sicherheitsgründen bereits auf ein Drittel reduziert worden. Seit Ende 2005 ist das neue Stadion, genannt Stade de Suisse Wankdorf, eröffnet und bietet rund 32'000 Sitzplätze. Besonderheiten sind das Spielfeld aus Kunstrasen, wodurch zahlreiche Konzert- und Sportveranstaltungen möglich werden, sowie das stadioneigene Sonnenkraftwerk, das, dem weltweiten Energiespartrend folgend, eine Jahresproduktion von rund 700'000 kWh aufweist. Nach einem Ausbau der Sonnenanlage soll sich dessen Output sogar fast verdoppeln. Bereits heute werden verschiedene Veranstaltungen in Bern komplett mit dem Strom aus dem Fussballstadion gespeist. Desweiteren sind in dem multifunktionalen Stadion ein Einkaufszentrum, eine Schule, Restaurants, Büros und sogar Wohnungen untergebracht. Eine weitere, zumindest für die Schweiz ungewöhnliche Einrichtung ist der stadioneigene TV-Sender, “StadeTV”, der aktuelle Neuigkeiten rund um den Berner Fussball ausstrahlt. Das Stade de Suisse ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vom Berner Stadtzentrum aus leicht zu erreichen. Das Stadion ist Heimat des traditionsreichen Fussballklubs BSC Young Boys, der seit seiner Gründung bereits elfmal Schweizer Meister wurde. Zuletzt hörte man von den Young Boys auch im Ausland wieder, nachdem sie sowohl in der Champions League- als auch in der UEFA-Cup-Qualifikation angetreten waren. Eine Kurisoität ist die klubeigene Bratwurst, die “YB-Wurst”, die sich vor allem während der Heimspiele sehr gut verkauft und für die Fans längst als fester Bestandteil zu ihrem Klub gehört.
Kommentare
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Von Hannes
Am Jun 6, 2008Die Trams sind rot ;-)
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Von Bolzli
Am Jun 6, 2008...und fahren nicht durch die Altstadt! Gut recherchiert!!

