Sep 9, 2010 | Matchberichte
Niederlande – Frankreich: 4:1 - Überflieger in der Todesgruppe
Das Eine vorweg: Es war eine Freude, diesem Spiel zuzuschauen. Der Siegeswille und das Engagement der Niederländer endeten in einem wahren Jubeltaumel, so dass der Einzug in die nächste Runde für sie bereits in „trockenen Tüchern“ ist.Nicht ganz pünktlich pfiff Schiri Herbert Fandel das Spiel an. Bereits zu diesem Zeitpunkt waren die Spannung und der Erfolgsdurst beider Mannschaften auf dem Höhepunkt. Ganz im Gegensatz zum vorangegangenen Spiel der Franzosen, in dem sie sich bekanntlich gegen die Rumänen keineswegs „wacker“ schlugen, wurde zu Beginn des Spiels gegen die Niederlande sowohl für die gegnerische Mannschaft als auch für die Fans deutlich, dass die Franzosen dieses Mal kämpferischer, angriffslustiger agieren würden. Aber… würden sie auch erfolgreicher sein? Das Spiel begann hart, ein Foul folgte dem nächsten. Frankreich kämpfte, dennoch waren es die Niederländer, die die Stimmung im Stadion geradezu zum Überschäumen brachten - vor Enthusiasmus. Schon früh nach Spielbeginn erzielten sie den ersten Treffer durch Dirk Kuyt. Das Tor schien die Franzosen zu schocken; ihr Spiel lief von nun an relativ unsicher und unkontrolliert. Frankreich wurde in die Defensive gedrängt: Die französischen Spieler arbeiteten scheinbar nur noch darauf hin, mögliche Torchancen der Niederländer im Vorfeld zu vereiteln. Angriffe und Kampfattacken von Seiten der Franzosen? Fehlanzeige! Erst ab der 20. Minute änderte sich die Spielmoral des französischen Teams ein wenig – beide Mannschaften legten nun in etwa gleich viel Power und Angriffslust an den Tag. Die Stimmung im Stadion blieb weiterhin ungebrochen enthusiastisch, die Fans beider Teams ereiferten sich darin, ihren Favoriten die nötige Motivation „zuzujubeln“. Kompliment insbesondere an die französischen Fans. Nichtsdestotrotz blieb der Torstand bis zur ersten Halbzeit beim 1:0 für die Niederlande. Der französische Coach Domenech wird seinen Mannen während dieser 15 Minuten wohl ins Gewissen geredet haben; es war klar, dass eine bloße Verteidigungstaktik bei dem Spielstand keinen Erfolg für die Franzosen bringen würde. Umdenken war angesagt.
Die zweite Halbzeit begann und die Franzosen versuchten es durchaus mit Angriffen. Aber da hatten sie wohl die Rechnung ohne die Niederländer gemacht: Wann immer sie zum Angriff übergehen wollten, die Niederländer waren ihnen stets um eine kleine Nasenlänge voraus. Die Härte im Spiel blieb: Folge waren wiederum Fouls und übertriebene Angriffstaktiken, so dass etwa van der Vaart bereits kurz nach Anbruch der zweiten Halbzeit die gelbe Karte sah. Dann… kam Robin van Persie und es stand 2:0 für die Niederländer. Wahnsinn! Auch die Franzosen hatten nach wie vor Chancen: Ribéry etwa war nahe dran, einen Treffer zu erzielen, aber im Endeffekt gelang es ihm nicht. Die Fans bejubelten weiter ihre Mannschaften, feuerten sie mit lautem Getöse an, ein weiteres Tor wurde verlangt. Und was Ribéry nicht gelang, gelang Thierry: der Anschlusstreffer in der 71. Minute.
Nun stand es 2:1! Die französischen Fans schöpften wieder neue Hoffnung. Vielleicht war ein weiterer Treffer drin? Vielleicht würde das Spiel noch kippen? Das Spiel kippte nicht! Bereits eine Minute später landete der Ball wieder im Netz des französischen Teams: Arjen Robben schoss das 3:1 für die Niederlande und stellte den alten Abstand der beiden Mannschaften wieder her. Die Hoffnungen der Franzosen schwanden kontinuierlich. Dennoch wiederum ein Kompliment: Das französische Team präsentierte sich auch weiterhin mit durchaus engagierter und leistungsbereiter Haltung. Aber es half alles nichts! Wesley Sneijder, einer der herausragenden Spieler der Niederländer, erzielte den unglaublichen 4:1 Treffer in der Nachspielzeit. Man kann nur neidlos anerkennen, dass hier ein echter Superschuss zum Tor führte! Die Franzosen waren endgültig geschlagen. Und die Niederländer… sind im Viertelfinale. Sie wurden zum Überflieger in der Todesgruppe C. Man wird von ihnen wohl noch einiges erwarten können!

