Sep 10, 2010 | Matchberichte
Österreich – Kroatien 0:1
Österreich kämpft gegen Kroatien hart beim ersten Spiel der Gruppe B. In Wien versuchten die Gastgeber gestern um 18 Uhr in einem ausverkauften Ernst-Happel-Stadion, ihren ersten Länderspielsieg bei diesem Turnier zu erringen. Sie starteten mit einer 3-4-1-2er Aufstellung gegen die kampfbetonte Mannschaft aus Kroatien. Die Partie wurde geleitet von Pieter Vink aus Holland mit seinen beiden Linienrichtern. Schon nach nur vier Minuten wurde Pongatetz in der aggressive Partie nach einem Foul von Afhausen an Olec wegen Meckerns mit der gelben Karte bestraft und die Kroaten erhielten einen Foulelfmeter, den das Rundumtalent der Kroaten — Modric — gekonnt und sicher verwandelte. Die Kroaten spielten von dieser Minute an sehr defensiv und versuchten nur wenig, das österreichische Tor zu attackieren. Die spielende Mannschaft auf dem Platz waren vorwiegend die Gastgeber. Sie mussten zwar einmal noch die Notbremse ziehen, um ein weiteres Tor der Mannschaft von Bilic zu verhindern. Pieter Vink — der Unparteiische — sah da aber nicht ganz so genau hin. Pongatetz hatte Olec gefoult: ein Foul, das mit Gelb-Rot hätte bestraft werden können.Ab der 24. Minute versuchten die Österreicher, den Ausgleich durch Weitschüsse aufs kroatische Tor zu erzwingen. Das Spiel — so viel sei schon mal vorweg genommen — wurde von Hickersbergers Mannschaft, der seinen Jungs übrigens eine 40-Prozentige Gewinnchance in der Partie zutraute, über weite Strecken dominiert. Wären die Kroaten nicht schon so früh in Führung gegangen sein, dann wäre es glatt eng für sie geworden. Ab der 38. Minute schienen die Österreicher aus ihrem Dornröschenschlaf aufgewacht zu sein, und machten mehr und mehr Druck auf die Abwehr der Kroaten. Die erste große Chance von Standfest scheitere am Torwart der Kroaten. Nur 3 Minuten später erhielt Standfest die zweite Chance, aber er kam nicht an der Abwehr vorbei. Der Unparteiische entschied auf zwei Minuten Nachspielzeit in der ersten Halbzeit, in denen die Kroaten die Angriffswelle der aufgebrachten Österreicher wieder etwas dämpften. Mit einem 1:0 für Kroatien ging es dann in die Halbzeitpause.
In der zweiten Hälfte begannen die Österreicher wieder angriffslustiger. Beide Mannschaften, die unverändert aus den Kabinen gekommen waren, kämpften weiter hart. Auch Pongatetz war wieder dabei, der sich aber keinen Fehler mehr erlauben durfte, schließlich war er sowieso schon knapp an einem Platzverweis vorbeigerutscht. „Macht Druck, Druck, Druck!“ lautete wohl Hickersbergers Devise. Die Österreicher versuchten es, scheiterten jedoch immer am abschließenden Pass, der nur selten den richtigen Mann fand. Hier merkte man die Schwäche der Österreicher: Ihnen gelang es nicht, ein ordentliches Spiel mit einem noch ordentlicheren Abschluss aufzuziehen. Immer wieder folgte ein Fehlpass dem nächsten.
Der Kroate Kovac foulte Linz und wurde damit zu Recht mit Gelb verwarnt. In der 61. Minute folgte der erste Wechsel bei den Österreichern: Für Säumel kam der gebürtige Kroate Vastic, um neuen Wind in das Spiel zu bringen und vielleicht noch etwas offensiver zu werden. Auch die Kroaten brachten einen neuen Mann: Für Kranjcar kam Krecevic. Weiter angetrieben vom heimischen Publikum, machten die Österreicher weiter: Druck, Druck, Druck. Aber sie brauchen einfach viel zu lange, um einen guten Angriff aufzubauen. Und schon standen die Kroaten mit ihrer 4er-Abwehrkette wie eine Mauer, durch die es kein Hindurchkommen gab. Hickersbergers Jungs hätten wohl einfach viel schneller werden müssen.
In der 68. Minute kassierte Prödl auf österreichischer Seite eine gelbe Karte, da er den gegnerischen Spieler nicht mehr anders unter Kontrolle bekommen konnte, als ihn zu Boden zu zwingen. Ein weiterer frischer Spieler Korkmaz kam bei Österreich für Gercaliu der sich im gesamten Spiel ziemlich zurückgehalten hatte. In der 71. Minute versuchte Invanschitz mit einem Weitschuss, das Tor der Kroaten zu treffen. Ein bisschen sah es so aus, als ob den Österreichern die zündende Idee fehlen würde, um die Hintermänner der Kroaten aus der perfekten Abwehrhaltung herauszulocken. Kroatien wechselt erneut: Petric geht, Budan kommt, um noch defensiver zu spielen und das Ergebnis zu halten. Die Österreicher tauschten ihrerseits Linz aus und brachten Kienast, der kurz vor Schluss der Partie noch eine sehr wichtige Rolle spielen sollte. Auch er versuchte verzweifelt immer und immer wieder, an der Abwehrkette der Kroaten vorbei zu kommen. Wenn dies auch ab und an mal gelang, endete das Österreichische Spiel am kroatischen Tor spätestens durch Pletikos, den kroatischen Keeper.
Der Schiedsrichter Vink ließ das Spiel drei Minuten nachspielen. Nun hieß es für Österreich, ab in die Hufe und noch einmal richtig Druck zu machen. Alle Spieler der Österreicher waren nun in der kroatischen Hälfte und versuchten alles Mögliche, um doch noch ein 1:1-Unentschieden zu erreichen. Nachdem Invanschitz einen Freistoß ausgeführt hatte, kam Kienast zum Kopfball und verpasste haarscharf den langen Pfosten. Und AUS. Das Spiel war. 1:0 gewannen die Kroaten gegen die eigentlich sehr starken Österreicher, denen durchaus ein Ausgleich vergönnt gewesen wäre, aber es hat einfach nicht sollen sein.

