Österreich – Polen: 1:1 - Ein Ausgleich für Ungerechtigkeit?

Das EM-Spiel Österreich gegen Polen kann man durchaus als eine Art Berg- und Talfahrt bezeichnen – zumindest gilt das für die ersten Minuten. Etwas später überwog dann aus Österreichs Sicht die Talfahrt; es schien es nur noch bergab zu gehen. Die Hoffnungen auf Seiten der Österreicher waren sehr hoch, im Laufe des Spiels verringerten sich diese jedoch immer mehr, flammten kurzzeitig aufgrund einer Reihe sich bietender Torchancen wieder auf und im Endeffekt klappte es dann… vielleicht doch irgendwie, das gewünschte Ziel zu erreichen? Das Ernst-Happel-Stadion in Wien war bis auf den letzten Platz ausverkauft, die Stimmung prächtig und der offensichtliche Kampfgeist ließ gleichzeitig echten Optimismus aufkommen; jedenfalls aus der Sicht der österreichischen Mannschaft. Die Polen allerdings standen ein wenig unter Druck, so dass deren Kampfbereitschaft dem der Österreicher nicht nachstand.

Das Spiel selbst versprach schon von der ersten Minute an viel Spannung, zeigte actionreiche Szenen, hervorragende Glanzleistungen einzelner Spieler und die eine oder andere recht attraktive Torchance. Sollte vielleicht die Qualität dieses Spiels das letztendliche Endergebnis kompensieren? Jedenfalls war es für die österreichischen Fans schon eine Freude, wie Ivanschitz bereits zum Spielbeginn mit einem gekonnten Schuss das erste erhoffte Tor zu erzielen versuchte. Harnik war völlig allein in nahezu unmittelbarer Nähe des gegnerischen Torwartes und gab alles: Treffer? Fehlanzeige. Gerade deshalb stiegen nunmehr allerdings die Erwartungen der Österreicher ins nahezu Unermessliche.

Das Spiel der Polen hingegen „dümpelte“ gewissermaßen während der gesamten ersten dreißig Minuten erst einmal vor sich hin. Nichtsdestotrotz spürte man die Motivation der polen, spürte, wie ihre Angriffslust stetig wuchs und… dann auch Erfolg zeigte. Nach erfolgreichem Zusammenspiel von Smolarek, Saganowski und Guerreiro konnte Letzterer das Tor zum 1:0 erzielen konnte! Polen führte, die Polen jubelten, die österreichischen Spieler und natürlich deren Fans reagierten dagegen nicht nur überaus enttäuscht, sie begannen auch zu protestieren, denn während des Treffers stand Guerrero im Abseits - und zwar klar und eindeutig. Nichtsdestotrotz wurde der Treffer durch die Schiedsrichter gewertet, was — natürlich — für ein völliges Unverständnis der Österreicher sorgte.

Dieser Treffer des polnischen Teams erwies sich letztendlich als ein entscheidender Faktor des Spiels:, Die Österreicher schienen nicht mehr imstande, eine sonderlich herausragende Leistung zu zeigen und Torchancen erfolgreich zu verwerten. Oder doch? Anders erging es den Polen. Der Treffer — wenn es sich beim polnischen Tor auch um eine klare Fehlentscheidung der Schiris handelte — entfachte die Motivation und den Kampfeswillen bei den Polen nur noch weiter.

Die Österreicher steckten jedoch nicht völlig auf. Sie erholten sich langsam vom Schock. Zwischenzeitlich boten sich ihnen wieder einige attraktive Torchancen. Vor allem Korkmaz war in dieser Partie ein auffälliger, weil vorausschauender und engagierter Spieler; sein Einsatz vermochte allerdings erst einmal nicht, den Erfolg zu erzielen, den sich die Österreicher so sehr erhofften. Ähnlich frustrierend ging es auch in der zweiten Halbzeit für die Österreicher zu, die Polen hingegen hatten auch in diesen zweiten 45 Minuten das Spiel klar und eindeutig in der Hand.

Es gab weitere Gründe für die Österreicher , sich zu ärgern: Nach einem eindeutigen Foul durch die Polen an Ivanschitz sahen die Schiris keinerlei Veranlassung, einen Elfmeter zu gewähren. Ärger und Frust machten sich breit! Nicht jedoch bei den Polen: Immer wieder griffen sie an. Smolarek und Saganowski und Guerreiro etwa taten während einer sich der polnischen Mannschaft bietenden Torchance ihr Bestes; Prödl kam jedoch noch rechtzeitig dazwischen und rettete somit sein Team vor einem weiteren Treffer. Teamchef Hickesberger entschied sich im Verlaufe des Spiels für die Auswechselung von Ivanschitz und Linz: Kienast und Vastic kamen ins Spiel, konnten aber auch in den restlichen Minuten keine Wendung mehr erzielen. Für Österreich schien alles verloren. Und dann… dann kam es doch noch, das für Österreich erlösende Ausgleichstor. Es gelang dem Österreicher Vastic in der vierminütigen Nachspielzeit und durch einen Elfmeter, den letztendlich Spiel entscheidenden Treffer für seine Mannen zu erzielen. Nach einem mehr oder weniger recht unfairen Spiel mit einigen nicht nachvollziehbaren Entscheidungen der Schiedsrichter konnte das Hickesberger Team zu guter Letzt also doch etwas mehr Zuversicht tanken; ihr letztes Vorrundenspiel dürfte spannend werden: gegen die gestern nicht unbedingt glänzende deutsche Mannschaft!

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