Sep 10, 2010 | Matchberichte
Russland – Litauen 4:1
Ob das auch klappt? Hiddink will in jedem Fall auch weiterhin Russlands Trainer bleiben - ursprünglich hatte er gehofft, seinen Verlängerungsvertrag noch vor EM-Beginn in der Tasche zu haben. Fehlanzeige, denn die letztendliche Entscheidung soll wohl doch erst dann fallen, wenn seine Mannschaft nicht mehr nur von einem Spiel zum Nächsten „dümpelt“…, sondern endlich die sonst so gefürchtete Kämpfernatur präsentiert - eindeutige Siege müssen also her. Man darf demnach gespannt sein, aber die Chancen stehen dennoch gut.Eine weitere Frage blieb selbst noch bis kurz vor dem Spiel ungeklärt: ob denn Pawel Pogrebniak eingesetzt werden würde. Er hat offenbar seit dem Testspiel gegen Serbien mit argen Meniskusproblemen zu kämpfen und unmittelbar vor dem Testspiel entschied sich doch noch, dass er nicht mit dabei sein würde. Zum Leidwesen des russischen Teams Was nun? Er trug einige Hoffnungen der Russen. Nichtsdestotrotz fuhr Trainier Hiddink scharfe Geschütze auf; obwohl Andrej Arschawin aufgrund eines Fouls für die ersten zwei EM-Spiele gegen Spanien und Griechenland gesperrt ist, wurde er von Hiddink von Spielbeginn an aufs Spielfeld geschickt. Insgesamt verlief das Spiel an sich sehr souverän, in der ersten Halbzeit ging es jedoch — gerade in den ersten dreißig Minuten — zunächst einmal sehr schleppend zu. Auch die knapp 2.850 Zuschauer dieser Partie vermochten nicht unbedingt dazu beizutragen, dass die Stimmung im Stadion überschäumte.
Immer wieder gab es Torchancen für die Russen, erst einmal wurde allerdings keine effektiv genutzt. Das Warten auf das Tor zog sich hin bis zur 24. Spielminute. Da ergriff Mantas Savenas von der litauischen Mannschaft die Chance und schoss das 1:0 für seine Mannen. Grenzenloser Jubel bei Litauen — harte Minuten hingegen für Trainer Guus Hiddink, bis sich Konstantin Syrianow dann doch noch in der 33. Spielminute dazu hinreißen ließ und mit einem gekonnten Schuss das 1:1 für die Russen schoss!
Das schien der erhoffte Tropfen zu sein, der das „russische Fass“ zum Überlaufen brachte — der Anstoß, nun endlich mehr Power, mehr Leistung zu zeigen, um auch die Chancen Russlands bei der ersehnten und erkämpften Teilname an der EM 2008 zu steigern! Wiederum präsentierte sich die eine oder andere Torchance für die Russen, die Litauen zeigten sich in diesem Spiel insgesamt aber ebenfalls kämpferisch. Trotzdem: Die erste Halbzeit ging ohne weitere Treffer zu Ende.
Energiegeladen zeigten sich auch in der zweiten Hälfte sowohl die Litauen, als auch die Russen. Insbesondere die Jungs rund um Trainer Guus Hiddink hatten bekanntlich eine Menge zu verlieren. Erst in der 52. Spielminute schoss die ohnehin als Kämpfernatur bekannte Andrej Arschawin das 2:1. Riesenjubel sowohl bei den russischen Zuschauern als auch beim russischen Trainer — wen wundert’ s? Im weiteren Spielverlauf kochte die Stimmung im Stadion immer wieder hoch, denn auch weiterhin bot sich die eine oder andere Torchance und zwar auf beiden Seiten. Und dann… in der 64. Minute ging Pawlijutschenko zum Angriff über. Erst wenige Minuten zuvor war er eingewechselt worden und nutzte auch gleich die erstbeste Möglichkeit, den Treffer zum 3:1 zu erzielen. War nun der Sieg in der Tasche? Bedeutete das die Entscheidung? Nun endlich zeigte sich auch Trainer Guus Hiddink gelöster, aber die Litauen gaben auch weiterhin alles; setzten zwischenzeitlich eher auf „Angriff“, denn auf „Verteidigung“: die Folge dieser Strategie war aber lediglich ein Elfmeter aufgrund eines zuvor erfolgten Fouls zugunsten der russischen Mannschaft: Biljaletdinow konnte aber diese Chance, einen Treffer zu erzielen, nicht nutzen und verschoss den Elfmeter.
Alles in allem erwies sich also die zur Schau gestellte Angriffslust für die litauische Mannschaft als nur wenig effektiv: Torchancen wurden nicht umgesetzt und generell entstand der Eindruck, dass die Litauen zu wenig Ideen entwickelten. Dann — im letzten Viertel der zweiten Halbzeit — schoss Bystrow in der 80. Minute das 4:1. Bis zum Schlusspfiff in der 90. Minute ebbte die gute Stimmung im Stadion nicht mehr ab. Die russischen Fans feierten ihren Sieg in diesem Spiel gegen die Litauen. Nun heißt es für Hiddink & Co.: Trainieren, Angriffstaktiken überarbeiten, Torchancen proben, um am 10. Juni 2008 auch im Spiel gegen die Spanier erfolgreich bestehen zu können.

