Schweden – Russland: 0:2 - Alter Schwede, was war das denn?

Die Russen fegten die Schweden mit 2:0 vom Platz und sicherten sich somit den Einzug ins Viertelfinale. Das ganze Spiel über hatten die Russen die Partie eindeutig beherrscht und den Schweden gelang beinahe gar nichts. Das heißt allerdings nicht, dass die Gelb-Blauen nichts hinbekommen hätten, nein, wirklich nicht. Ihnen wurde lediglich jeder Spielzug zunichte gemacht. Die Schweden sind raus, die Russen… vielleicht bald auch? Im Viertelfinale geht es für sie gegen die Favoriten aus den Niederlanden. Das russische Team wird seine fulminante Spielweise wie gegen die Schweden wiederholen müssen, um überhaut relevante Chance zu haben.

Aber widmen wir uns zunächst dem Spiel Russland – Schweden. Die Russen wussten ab der ersten Minute, was es geschlagen hat, und dass sie unbedingt einen Sieg gegen Schweden herausspielen müssen, um eine Chance auf das Viertelfinale zu haben. Der Trainer der Russen — der Holländer Guus Hiddink — setzte von Anfang an alles auf eine Karte und versuchte, seinen Männern mit einer sehr offensiven Aufstellung zum Sieg zu verhelfen. Und… das gelang ihm auch. Wie schon erwähnt, dominierten die Russen das Spiel von der ersten Minute an. Es war, als hätten die Schweden gar nichts mit der Europameisterschaft 2008 zu tun. Sie spielten keinen wirklich guten Fußball. Viele Pässe wurden zu Fehlpässen und nur selten stellten die Schweden eine wirkliche Gefahr für das Tor der Russen dar. Ganz anders die Russen: Sie spielten von der ersten Minute an auf Angriff und erhielten als Belohnung schon in der vierten Minute die erste Ecke, die allerdings kein Tor zur Folge hatte. „Glück gehabt“ wird sich der eine oder andere Schwede in dem Moment wohl gedacht haben. Doch das Glück weilte nur bis zur 24. Minute. Da landete Russland durch Pavlyuchenko einen sehr schönen Treffer und ging verdient in Führung.

Von nun an gab es ein kleines Bällchen-Wechsle-Dich-Spielchen, die Schweden versuchten mit Mühe, endlich ein Unentschieden zu erreichen. Doch immer wieder wurden sie durch die stark aufgestellte Mannschaft von Guus Hiddink rasch gekontert. Diese Konterchancen konnten beinahe jedes Mal die Abwehr der Schweden durchbrechen und scheiterten nur am schwedischen Torwart oder an den nicht exakt platzierten Torschüssen. Schöne und weite Direktpassspiele machten Russland in diesem Spiel zu einer wirklich der Europameisterschaft würdigen Mannschaft. Sie ging in der ersten Hälfte verdient in Führung und die Führung hätte unter Umständen noch viel höher ausfallen können.

Die zweite Hälfte startete ebenfalls mit Angriffen der Russen. Dass die Schweden in der ersten Hälfte tatsächlich ein bisschen besser geworden waren, davon war ab der 45. Spielminute der zweiten Halbzeit wieder nichts mehr zu sehen. Und so etwas wird nicht selten bestraft. Die Strafe folgte in der 50. Minute durch den schönen Treffer von Arshvin zum russischen 2:0. Für die Schweden war das ein Schlag ins Genick. Sie brachen völlig ein und hatten sich wohl ab diesem Zeitpunkt damit abgefunden, die Koffer packen zu müssen. Der Spielstand aus der 50. Minute blieb jedenfalls bis zum Ende erhalten. Die Russen hätten mit etwas mehr Geschick oder Glück wohl noch das eine oder andere Tor schießen können. Aber sie mussten es ja nicht; schließlich haben sie auch mit dem 2:0 das erste Mal nach über 20 Jahren die Vorrunde eines europäischen Turniers überstanden. Guus Hiddink, der Trainer der Russen, trifft nun im Trainerduell auf seinen Kollegen und Landsmann Marco van Basten und tritt mit seinen Jungs im Viertelfinale gegen die Mannschaft seiner eigenen Nationalität an. Mal sehen, wie weit der Erfolg Russlands noch reicht. Wenn das Team es schafft, dass die Niederländer im Viertelfinale nicht zum Spiel kommen und sensationell rausfliegen, könnte Russland in die EM-Geschichte eingehen. Griechenland wird bei dieser EM keine Wunder mehr produzieren; vielleicht aber die Russen?

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