Sep 10, 2010 | Matchberichte
Schweden – Spanien: 1:2 - Ein knapper Sieg für die Iberer
In einem relativ unspektakulären Spiel, das nur zu Beginn und am Ende spannend war, konnten sich die Spanier dank eines Tors in der letzten Minute durch David Villas den Sieg sichern. Aufgrund seiner Leistung in diesem Spiel führt der Iberer David Villas nun die Torschützenliste mit insgesamt vier Treffern an. Die Schweden hatten das Spiel über weite Strecken unter Kontrolle und setzten die Spanier zeitweise sehr stark unter Druck, jedoch konnten sie ihre Chancen nicht verwerten.Gleich nach dem Anpfiff um Punkt 18.00 Uhr durch den Schiedsrichter Pieter Vink hatten die Schweden eine Torchance, als Mellberg eine Flanke in den gegnerischen Strafraum schoss, wo Marchena den Ball aber nicht direkt abfangen konnte. Ibrahimovic nahm den Ball mit der Brust an, bekam ihn aber nicht unter Kontrolle. Nach dieser Szene übernahmen erst einmal die Spanier die Initiative, die wesentlich besser in das Spiel kamen. Iniesta versuchte sich in der 4. Minute, mit einem ersten Schuss auf das schwedische Tor durchzusetzen. Diese Situation hätte wesentlich gefährlicher werden können, hätte der Spanier einen Anspielpartner gehabt, der ihm in dieser Situation zur Seite steht. Das spanische Team hatte in dieser Phase seine Probleme mit der schwedischen Defensive, die ihm kaum Raum zum Spielen ließ. Die Stürmer der Iberer — Villa und Torres — konnten nicht richtig mit Bällen versorgt werden und mussten selbst viel Laufarbeit leisten. In der neunten Minute spielten die Spanier eine weitere gefährliche Situation heraus, doch Torres musste alleine im Strafraum zurechtkommen und verlor deshalb schnell den Ball an den Gegner. Das erste Tor für die Spanier fiel dann in der 15. Minute. Die Ausgangssituation war ein Eckball; Silva flankte im Anschluss von der Strafraumgrenze ungestört. Der Ball wurde von Torres angenommen und ohne Zögern in das Tor der Schweden geschossen. Der Torwart der Schweden Isaksson war chancenlos; er konnte dem Ball nur noch hinterher sehen.
Trotz des Tores schien sich die Situation nun zu ändern. Die Spanier nahmen sehr viel Dynamik aus ihrem Spiel heraus und die Schweden begannen, ein wenig mehr Gas zu geben. Schon in der Minute nach dem Tor der Spanier drangen sie in den Strafraum der Gegner vor und spielten eine gute Torchance heraus. Larsson brachte Elmander mit einem schnellen Pass Elmander in eine gute Position. Der zeigte beim Abschluss allerdings Schwächen und traf nur das Außennetz. Die Situation hätte weitaus gefährlicher werden können, denn in der Mitte liefen Ibrahimovic und Ljungberg mit, die in einer wesentlich besseren Position waren. Diese Tormöglichkeit war wie ein Befreiungsschlag für die Schweden und das Tempo wurde ihrerseits noch einmal gesteigert. Die Spanier setzten dem in dieser Phase wenig entgegen und zogen sich langsam zurück. In der 22. Minute konnten die Schweden eine weitere schöne Szene einleiten. Ibrahimovic spiele auf Larsson, der im Strafraum einen Torschuss absetzte, der jedoch über das Tor flog. In der 26. Minuten bekamen die Schweden einen Freistoß zugesprochen, der hoch in den Strafraum geschossen wurde. Dort gewann Elmander das Kopfballduell und das Leder gelangte zu Ibrahimovic, dessen Torschuss jedoch ohne weiteres abgeblockt wurde. In dieser Spielphase hat man den Eindruck, als ob die Spanier nur noch ihre Führung verteidigen und sonst nicht mehr mit dem Spiel zu tun haben wollten. In der 34. Minute kam es dann zum lang erwarteten und überfälligen Ausgleichstreffer. Das Tor wurde über Rechts von Stoor eingeleitet, der einen schönen Pass auf Ibrahimovic spielte. Dieser Pass hätte erst gar nicht durchkommen dürfen; das er es tat, war ein klarer Fehler der spanischen Abwehr. Ibrahimovic nahm den Ball an, kam jedoch nicht zum Schuss, weil Ramos sich in die Flugbahn warf. Doch der Stürmer schob das Leder um den Spanier herum und feuerte dann einen Schuss auf das Tor ab. Der spanische Torwart wurde von dieser Situation überrascht und konnte den Ball nicht mehr rechtzeitig halten.
In der 37. Minute griff David Villa zum ersten Mal in das Spielgeschehen ein und startete einen ersten zaghaften Angriff, den der schwedische Torwart jedoch abfing. Noch immer waren die Spanier deutlich schwächer als die Schweden, doch auch die Nordeuropäer schalteten einen Gang herunter. Das Spiel wurde nun sehr langsam und spektakuläre Szenen waren so nicht zu erwarten. In der 46. Minute gab es eine heikle Szene im 16-Meter-Raum der Schweden: Bei einem Kopfballduell wurde Ramos von Elmander hart gefoult, doch der Schiedsrichter gab keinen Elfmeter. So endete dann auch die erste Halbzeit.
Die zweite Halbzeit begann genau so, wie die zweite Halbzeit geendet hatte. Der einzige Unterschied war, dass die Spanier nun wieder stärker auftraten und die Initiative ergriffen. Der Kader der Schweden hatte sich ein wenig verändert, Ibrahimovic blieb draußen. Es ist anzunehmen, dass seine Verletzung sich wieder bemerkbar machte und es sich deswegen schonen wollte. In der 49. Minute kam es zur ersten schönen Szene in der zweiten Halbzeit für die Spanier. Villa und Silva spielten gemeinsam eine schöne Torchance heraus, ließen sich aber zuviel Zeit und erzielten keinen erfolgreichen Abschluss. Beide Mannschaften wurden nun auch zunehmend etwas aggressiver; man merkte, dass beide mit dem aktuellen Spielverlauf nicht ganz so glücklich waren. In der 53. Minute bekam Marchena eine gelbe Karte, weil er Elmander zum Fall gebracht hatte, der gerade einen Konter einleiten wollte. Schon zwei Minuten später erhielt Svensson die nächste gelbe Karte, weil er Silva etwas unsanft von den Beinen holte. Im Allgemeinen liefen die nächsten Minuten des Spiels nach folgendem Muster ab: Die Spanier starteten einen großen Angriff, die Schweden erkämpften sich den Ball und versuchten, einen Konter einzuleiten. Aber irgendwie schien diese Taktik nicht aufzugehen und das Spiel wurde zunehmend lahmer. In der 63. Minute kam es dann allerdings wieder zu einer wirklich guten Torchance für die Spanier, die nur vom Keeper der Schweden bereinigt werden konnte. Silva und Villa bereiteten eine Szene vor, weil sie selbst nicht an Isaksson vorbei kamen. Torres hatte dann jedoch dank dieser Vorarbeit das leere Tor vor sich, doch Hansson fing den Ball gerade noch ab. In den nächsten 30 Minuten war das Spiel relativ langweilig, beide Mannschaften schienen ideenlos zu sein. Es kam zu keinen nennenswerten Torszenen und man spiele im Allgemeinen nur einfach irgendwie so herum. Die Spanier waren zu langsam und die Schweden standen in der Abwehr perfekt. Man konnte annehmen, dass das Spiel nun gelaufen sei. Doch in der 92. Minute kam es dann doch noch zu einem Sieg… der Spanier. David Villa erzielte das entscheidende Tor und brachte die Spanier dem EM-Titel einen wichtigen Schritt näher. Villa konnte sich von Mellberg lösen und sich an Hansson vorbei kämpfen. Im Duell gegen den schwedischen Keeper behielt Villa die Nerven und verwandelte seinen vierten Treffer in diesem Turnier. Kurz darauf wurde das Spiel abgepfiffen und Villa wurde zum Held der Spanier erklärt. Spanien steht nun als weiterer Teilnehmer im Viertelfinale fest, weil Russland sich gegen die Griechen durchsetzen konnte. Viva España!

