Sep 10, 2010 | Matchberichte
Schweiz – Türkei: 1:2 - Das AUS für die Schweiz
Die Erwartungen bei den Schweizern, erfolgreich in die nächste EM-Runde zu kommen, waren von Anfang an überaus hoch: ebenso natürlich bei der türkischen Mannschaft. Frei nach dem Motto „erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…“ hätte das schweizerische Team gut daran getan, die schweren Regenfälle im Hinblick auf das zu erwartende Ende des Spiels als ein ernstes Omen anzusehen.Mehr als 42.500 Zuschauer hatten sich dazu entschlossen, den Kampf des Gastgeberlandes um den Einzug ins Viertelfinale mit anzusehen: Das St.-Jakob-Park-Stadion war ausverkauft. Das Spiel begann bereits in den ersten Spielminuten mit einem regen Spielerwechsel bei den Türken. Es sah allerdings ganz danach aus, als nütze auch diese Aktion nicht viel: Es fiel den türkischen Mannen sichtlich schwer, den Ball auf dem völlig durchnässten Boden zu spielen bzw. dorthin zu schießen, wo sie ihn hin schießen wollten. Ein Beispiele dafür lieferten in der 19. Minute die Spieler Inler und Volkan: ihr Kampf um den Ball war hart und „umständlich“.
Die Schweizer schienen etwas besser mit den Gegebenheiten zurecht zu kommen und kämpfen aktiv gegen die Regenmassen an: Sie lieferten mit Yakin, Barnetta und Volkan einen den Ballwechsel, der letztendlich in einem Freistoß endete, der allerdings nicht erfolgreich verwandelt werden konnte. So erfolgt ein Ballwechsel nach dem Anderen und das zum Teil unter erheblich größeren Anstrengungen, als dies unter „normalen“ Umständen der Fall wäre. Ab der 30. Minute wurde das Spiel agiler, kampflustiger, Nihat und Benaglio waren am Ball, dann übernahm Arda und traf… lediglich den Pfosten.
Die Schweizer hofften auf ein Tor und sie taten einiges dafür. Würde es ihnen gelingen? Die Antwort lautet: Ja, es gelang! In der 32. Spielminute traute sich Yakin den „Schritt nach vorn“, Volkan, Yakin und Derdiyok sind an diesem Ballwechsel beteiligt, der den Ball nach vorne treibt, sodass das Leder direkt in einer riesigen Wasserlache vor dem Schweizer Spieler „liegen bleibt“. Völlig durchnässt und dennoch angriffslustig verwandelt Yakin diese Chance in das 1:0 für die Schweizer! Ein Riesenjubel ertönt, sogleich verstärkt sich die Hoffnung bei den Schweizern, womöglich tatsächlich den Kampf in die nächste EM-Runde erfolgreich bestreiten zu können. Schon kurze Zeit später folgte die nächste Torchance für Yakin… - aber er schoss daneben. Wiederum folgten zum Teil harte Kampf-Attacken auf beiden Seiten und auch die eine oder andere Torchance bot sich. Die Hoffnungen auf einen weiteren Treffer in der ersten Halbzeit erfüllten sich letztlich weder für die Schweizer, noch für die Türken.
In der 56. Spielminute verstärkten sich die Hoffnungen auf einen erfolgreichen Treffer - diesmal auf Seiten der Türken. Nihat, Tuncay und Sentürk waren an diesem Ballwechsel beteiligt: Sentürk befand sich nahezu in unmittelbarer Nähe des Schweizer Torwartes. Alles sah danach aus, als stünde Benaglio in der richtigen Position, um den Ball halten zu können, aber … Fehlanzeige: Das runde Leder landete im Tor. Benaglio hätte den Ball wohl halten können, nein: halten müssen! Das machte das 1:1 aus Schweizer Sicht noch tragischer!
Eine weitere Torchance bot sich nach vielen attraktiven Ballwechseln erst in der 73. Minute: Die Türken hofften aufgrund ihrer Nähe zum Schweizer Tor auf das 2:1, nutzen ihre Chance im Endeffekt aber doch nicht.
In der 70. Spielminute bot sich hingegen für die Schweizer eine geradezu perfekte Torchance. Lag es am Regen, lag es an einem kurzen Moment, in dem einfach die Kräfte nachließen? Die Chance blieb nur eine Chance. Und dann, als alle glaubten, es gehe nichts mehr, die Partie würde Unentschieden enden, lief in der Nachspielzeit (92. Minute) doch noch alles anders: Arda war in Ballbesitz, Müller traf das Leder nur wenige Sekunden später, fälschte ab… über den Schweizer Torwart hinweg … und der Ball … war drin.... AUS! Das Aus der Schweizer war besiegelt. Die Nati wird für keine Wunder während der EM 2008 sorgen.
Alles in allem war die Qualität des Spiels aus „technischer“ Sicht nicht wirklich hochrangig - aber daran waren wohl einzig und allein die starken Regenfälle Schuld. Dennoch nützen alle Entschuldigungen und Erklärungsversuche nichts: Die Schweizer sind draußen…der Regen passte zur Stimmung.

