Sep 9, 2010 | Matchberichte
Spanien gegen Russland: 4:1 - Das vielleicht bisher beste Spiel der EM
Das Spiel Spanien gegen Russland war wohl bis jetzt eines der schönsten Spiele bei der EM. Die spanische Nationalmannschaft konnte vor allem in der ersten Halbzeit durch einen schnellen und dynamischen Fußball überzeugen. Die etwas schwächere russische Nationalmannschaft hielt jedoch dagegen und konnte auch mit einigen spannenden Szenen zu diesem Spiel beitragen. Letztendlich fehlten in der zweiten Halbzeit der russischen Nationalmannschaft dann die Kräfte und vor allem die Abwehr zeigte Schwächen. Ein spannendes Spiel, das vor allem von den Spielkünsten der Spanier und den vielen Torchancen lebte.Pünktlich um 18.00 Uhr wurde das Spiel in Innsbruck von Schiedsrichter Konrad Plautz aus Österreich angepfiffen. Von Anfang an begannen die Spanier mit einem sehr hohen Tempo, das die Russen sofort ohne Probleme mitgehen konnten. Schon in der dritten Minute spielten die Russen einen hervorragenden Angriff heraus, jedoch versprang Zyryanov der Ball. Sychev konnte noch einmal nachsetzen, aber die Situation wurde dann von Sergio Ramos durch einen Schuss ins Seitenaus geklärt. Schon zwei Minuten später gelangten die Russen wieder in die Nähe des spanischen Tors. Nach einem Freistoß von Zhirkov, entstand eine weitere gefährliche Aktion, die erst vom Schlussmann der Spanier geklärt werden konnte. Keine Minute später hatten auch die Spanier die Chance, mittels eines Freistoßes ein Tor zu erzielen, jedoch konnten sich die Russen den Ball zurückerobern. In der neunten Minute trat dann der Mann des Tages David Villa zum ersten Mal in Aktion. Er bekam von Ramos den Ball und versuchte sofort, im gegnerischen Strafraum die Tormöglichkeit zu nutzen, doch in der aller letzten Sekunde konnte Anyukov die Situation klären und den Ball zurückerobern. Nun konnten die Russen einen Konter starten, den sie sehr schnell aufbauten und zügig zu Pavlyuchenko spielten. Dieser suchte im Strafraum einen freien Mitspieler konnte aber niemanden anspielen, weshalb der Ball wieder in spanischen Besitz überging. In der 17. Minute kam es dann erneut zu einer gefährlichen Situation für die Spanier, als die Russen eine der besten Situationen des gesamten Spiels einleiteten. Anyukov dribbelte mit dem Ball immer weiter nach vorne und schoss einen perfekten Steilpass, der dann auch Semschow erreichte. Dieser konnte jedoch den Abschluss nicht perfekt machen und feuerte das Leder am Tor vorbei.
In der nächsten Spielphase drehten die Spanier nun voll auf und David Villa erzielte das erste Tor dieses Spieles. Torres leistete eine sehr gute Vorarbeit. Er eroberte den Ball von Kolodien und dribbelte bis vor den Torwart der Russen. Dort hatte Torres noch die Zeit, im Augenwinkel den mitlaufenden Villa zu sehen und spielte ihm — ohne zu zögern — den Ball zu. Nun konnte David Villa den Ball ohne Probleme ins Tor befördern und brachte so die Spanier in der 17. Minute in Führung. Das Spiel blieb auch nach diesem Tor noch auf höchstem Niveau und ging im selben Tempo weiter. Nur sechs Minuten später erzielten die Russen einen Pfostentreffer, der zeigte, dass auch die Abwehr der Spanier ihre Schwächen hatte. Zyryanov konnte jedoch den Ausgleich nicht erzielen und damit eröffnete sich für die Spanier die Möglichkeit, einen Konter einzuleiten. Villa schickte mit einem Steilpass seinen Sturmpartner Torres zum Angriff, doch der Torwart der russischen Nationalmannschaft war wieder zur Stelle und konnte den Ball ohne weiteres wegfausten. Das Spiel wurde nun immer spannender und die 30.000 Fans waren in bester Stimmung. In der 30. Minute jedoch unterlief dem Russen Anyukov ein schwerer Fehler. Durch einen Fehlpass wurde ein spanischer Konter eingeleitet und Iniesta konnte Villa zum Angriff schicken. Er erreichte den Ball jedoch nicht rechtzeitig. Schon zwei Minuten später eröffnete sich für die Spanier die nächste Möglichkeit. Xavi und Iniesta brachten mit einem sehr schönen Doppelpass die russische Abwehr ein wenig durcheinander, doch versprang dem Spieler von Barcelona der Ball. Glück im Unglück, denn Torres bekam den Ball vor die Füße und konnte voll durchziehen. Der Torwart Akinfeev hatte die Aktion genau verfolgt und hielt den Ball. In der 39. Minute konnten die Russen noch einmal einen Angriff einleiten und Zyryanov fand mit seinem genialen Pass den Stürmer Pavlyuchenko, der jedoch im Abseits stand. Kurz vor der Halbzeit in der 44. Minute erzielte Spanien das 2:0. Wieder einmal fand ein Traumpass von Iniesta den Stürmer David Villa, der anschließend den Torwart der russischen Mannschaft tunnelte und so die klare Führung erzielte.
Die zweite Halbzeit begann nun etwas langsamer und man merkte, dass sich beide Mannschaften vorgenommen hatten, das Spiel nun ein wenig ruhiger angehen zu lassen, doch schon nach wenigen Minuten wurde wieder das alte Tempo aufgelegt. Die Russen haben während der Pause einen Wechsel vorgenommen und den laufstarken Bristrov gegen Sychev ausgewechselt. In der 50. Minute erhielten sie einen Freistoß, der ihnen in dieser Situation nichts einbrachte. Doch nur eine Minute später konnte der Joker Bristov einen Kopfball auf das Tor schicken, doch der Torwart der Spanier reagierte wie gewohnt sicher und tadellos. In der 54. Minute stellen die Spanier ihre Taktik ein wenig um und spielen nun etwas defensiver. In den nächsten zehn Minuten ging es wieder wild hin und her, außer ein paar harmlosen Fernschüssen kam jedoch nicht viel zustande. Die Russen begannen nun langsam, die ersten Müdigkeitserscheinungen zu offenbaren. Die Spanier bemerkten dies auch und brachten noch einmal etwas mehr Tempo ins Spiel. In der 70. Minute wechselte der russische Trainer dann den gerade eingewechselten Bristrov wieder aus, weil dieser nicht die gewünschte Leistung brachte. Bei den Russen kam es nun immer öfter zu Fehlern und es war nicht verwunderlich, dass Spanien nun das dritte Tor erzielte. In der 75. Minute konnte David Villa erneut einen Treffer landen und die russische Abwehr deplatzieren. Nach einem weiteren Wechsel bei den Spaniern, bei dem Xabi Alonso gegen David Silva eingewechselt wurde, spielten die Spanier den Ball nach Belieben in den eigenen Reihen und die Russen konnten dem nicht mehr viel entgegensetzen. In der 86. Minute kam es dann zur Sensation: Aus einer Standardsituation heraus erzielte Pavlyuchenko dann den Ehrentreffer und belebte das ganze Spiel der russischen Mannschaft noch einmal. In den nächsten Minuten drehten die Russen auf und versuchten mit aller Macht, noch einen Treffer zu landen. Doch das nächste Tor… erzielten die Spanier. Farbegas verwandelte in der 91. Minute einen Rückpraller vom Torwart sicher mit dem Kopf zum absoluten Siegtreffer.
Dieses Torreiche und spannende Spiel war in jeder Hinsicht eines der besten der Europameisterschaft bisher. Beide Mannschaften haben bis zum Äußerten gekämpft und dabei so gut wie fast keine Fouls begangen. In diesem torreichen Spiel gab es alles, was man sich als Fußballfan wünscht, und das… obwohl es von der ersten bis zur letzten Minute geregnet hat.

